Kreisjugendring verabschiedet Position zu Corona auf erster virtueller Vollversammlung


Kinder, Jugendliche und Jugendarbeit mehr in den Blick nehmen
Für den Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg (KJR) war es eine Premiere. Am 28. Mai fand seine erste virtuelle Vollversammlung mit über 70 Delegierten und Gästen statt .Die Delegierten aus den Kreisjugendverbänden, örtlichen Jugendringen und Einzelgruppen, die über die Hälfte der rund 50.000 jungen Menschen im Herzogtum Lauenburg über ihre Vereine und Verbände vertreten, verabschiedeten die Position „Kinder, Jugendliche und Jugend(verbands)arbeit in Zeiten von Corona“.
Die 2. Vorsitzende Eugenia Roo und der Schatzmeister Julian Schlicht betonen dabei, dass diese über ein Jahr an dauernden Coronazeit für alle schwierig ist. Junge Menschen sind aktuell besonders betroffen und müssen auch besonders in den Blick genommen. „Kindheit und Jugend kann nicht nachgeholt werden und junge Menschen dürfen nicht nur in ihrer Rolle als Schüler oder Schülerin gesehen werden“, so Schlicht. Sie brauchen Kontakt zu Gleichaltrigen und weiteren erwachsenen Ansprechpersonen neben ihren Eltern und Lehrkräften, um ihre individuelle Persönlichkeit zu entfalten. Kinder und Jugendliche müssen Freiräume haben, in denen sie sich fernab von Leistungsdruck ausprobieren und entwickeln können. Kinder und Jugendliche wurden und werden aktuell an den sie betreffenden Entscheidungen zu wenig beteiligt. „Gerade jetzt müssen sie aber gehört und ernst genommen werden“, fordert Roo im Namen des Kreisjugendringes. Die Jugend(verbands)arbeit kann genau diese Freiräume und Beteiligungsmöglichkeiten bieten. Zudem fördert sie das demokratische Engagement von jungen Menschen. „Kinder- und Jugendarbeit muss nach fast 6 Monaten Lockdown in verhältnismäßigem Rahmen ermöglicht werden. Den Akteur_innen der Jugend(verbands)arbeit muss gerade mit Blick auf die Sommerferien weitergehende Perspektiven und größtmögliche Planungssicherheit bieten“, lautet der eindeutige Appell an die Politik. Ebenso richtet die Position den Blick auf die Jugendfreizeitstätten, wie Jugendherbergen, Schullandheime und Selbstversorgerhäuser, deren Existenz gesichert werden muss. Auch zur Digitalisierung bezieht der Kreisjugendring Stellung. „Durch die Corona-Pandemie wurden hier große Fortschritte erzielt. Digitale Jugendarbeit und auch digitale Jugendbeteiligung kann Jugendarbeit und -beteiligung in Präsenz nicht ersetzen, jedoch unter gewissen Voraussetzungen ergänzen und unterstützen“, heißt es in der Position.
Landtagspräsident Klaus Schlie, Bundestagsabgeordneter Norbert Brackmann (beide CDU) sowie die stellvertretende Jugendhilfeausschussvorsitzende Annedore Granz (Bündnis90/Die Grünen) waren ebenso der Einladung gefolgt wie weitere Vertreter der Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Verwaltung.
Schlie befürwortete in seinen Grußworten, dass der Kreisjugendring mit der Position zu „Kinder, Jugendliche und Jugend(verbands)arbeit in Zeiten von Corona“ Stellung bezieht. Brackmann, der herzlichste Grüße der Bundesebene übermittelte, dankte den Ehrenamtlichen in den Vereinen und Verbänden für ihre Arbeit. „Beim Lesen des Jahresberichtes für das vergangene Jahr war ich beeindruckt, was der Kreisjugendring trotz Corona auf die Beine gestellt hat“, so Granz in ihrem Grußwort. Sie betonte zudem die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kreisjugendring.


Fast konstant bleibt der Vorstand in seiner Besetzung. Eugenia Roo wurde als 2. Vorsitzende ebenso wie Julian Schlicht als Schatzmeister wiedergewählt. Auch Andrea Hasenkamp wird für zwei weitere Jahre als stellvertretende Vorsitzende tätig sein. Für den ausscheidenden Norman Bell, der acht Jahre im Vorstand mitarbeitete, wurde Franzisca Beyer auf Vorschlag der Kreisjugendfeuerwehr zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.




Kinder, Jugendliche und Jugendarbeit mehr in den Blick nehmen