Baum der Kinderrechte 2026 in Lütau: „Kein Kind darf diskriminiert werden“

Zum Weltkindertag am 20. September haben die Gemeinde Lütau und der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg (KJR) den nunmehr vierten „Baum der Kinderrechte“ im Kreisgebiet gepflanzt. Um 12 Uhr trafen sich Bürgermeister Udo Huster, stellvertretende Bürgermeisterin Heike Aissen, Gemeindevertreter Dirk Jantzen und Vertreter des Kreisjugendringes auf dem Dorfplatz. Wolfgang Klock, Gärtner aus Witzeeze, lieferte den Baum und alles, was der Baum zum Anwachsen braucht. Die Rotbuche soll den Dorfplatz als prächtiger Baum bereichern und nach dem Motto „Für uns ist jeder Tag Weltkindertag“ auf die Kinderrechte aufmerksam machen. Seit 2023 pflanzt der KJR zum Weltkindertag „Bäume der Kinderrechte“. In Berkenthin steht das Recht auf Beteiligung im Mittelpunkt, in Gülzow wird das Recht auf Spiel benannt und 2025 wurde in Einhaus auf den Schutz vor sexuellen Missbrauch hingewiesen.
In diesem Jahr rückte der Artikel 2 der UN-Kinderrechtskonvention in den Mittelpunkt. Dieser Artikel legt fest, dass alle Kinder die gleichen Rechte haben und nicht diskriminiert werden dürfen.
Kein Kind darf benachteiligt werden. Kinder werden vor allen Formen der Diskriminierung geschützt. Dieser Anspruch der Kinderrechte wird nicht immer eingelöst: So prägen beispielsweise Herkunft und Hautfarbe auch in Deutschland den Alltag von jungen Menschen. Fast 7 von 10 Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte haben laut einer Studie des Internationales Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen Alltagsrassismus erfahren. Rassistische Diskriminierung hat Folgen: Sie ist ein Stressfaktor, der sich auf die psychische Gesundheit auswirken kann, denn viele Mikro-Aggressionen prägen das Selbstbild. Vorurteile werden verinnerlicht. Zusätzlich geht rassistische Diskriminierung einher mit der Sorge und Angst vor Gewalt.
„Auf unseren Freizeiten, in der Spieliothek und in unseren großen Sommermaßnahmen, wie Tillhausen oder experience treffen ganz unterschiedliche Kinder und Jugendliche aufeinander“, sagte Eugenia Roo vom KJR-Vorstand. Veysi Celik, ebenfalls KJR-Vorstand, ergänzte: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer und anstrengend es für ein Kind sein kann, keine Akzeptanz zu erfahren und nicht die gleichen Chancen wie andere zu bekommen. Wenn man immer wieder das Gefühl bekommt, anders zu sein oder nicht richtig dazuzugehören, hinterlässt das Spuren.“ Wichtig sei, dass jedes Kind die gleichen Möglichkeiten habe. Jugendarbeit in den verschiedenen Vereinen und Verbänden sowie den Jugendgruppen und Jugendzentren stehen für diese Offenheit allen Kindern und Jugendlichen gegenüber. Sie setzen sich gegen jegliche Form der Diskriminierung ein. „Jedes Kind verdient Respekt und soll die Chance bekommen, seinen eigenen Platz in unserer Gemeinschaft und in unserer Gesellschaft zu finden,“ führte Veysi Celik weiter aus.
„Über das Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ unterstützen wir Engagierte, die sich vor Ort für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung starkmachen. Der Baum hier in Lütau ist ein sichtbares Beispiel dafür“, beschreibt Rike Nagel. Sie ist Mitarbeiterin des KJR und Koordinatorin der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Lauenburg/Elbe mit dem Amt Lütau.
Die Gemeinde Lütau bedankte sich für die Zusammenarbeit und begleitete die Pflanzung. Udo Huster betonte: „Wir freuen uns, dass der Kreisjugendring uns mit dieser Aktion die Möglichkeit gibt, ein Zeichen zu setzen.“ Zum Abschluss wurde der Baum gemeinsam gegossen – ein kleiner, praktischer Auftakt für eine Rotbuche, die in den kommenden Jahren mit der Gemeinde wachsen soll.
Das Projekt wird von der Partnerschaft für Demokratie Lauenburg/Elbe mit dem Amt Lütau im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Weiterführende Informationen zum „Baum der Kinderrechte“ gibt es hier.


