„Kommunalpolitik“ bringt Jugendliche nach Berlin


So stand am zweiten Tag des Besuchs der Bundeshauptstadt ein Gespräch mit den Abgeordneten aus dem Kreis im Paul-Löbe-Haus an. „Das Eis war sofort gebrochen und Themen, über welche die Jugendlichen mit Norbert Brackmann und Konstantin von Notz ins Gespräch kamen, waren schnell gefunden“, berichtete Sara Opitz vom Kreisjugendring. Nina Scheer ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. Von Interesse war dabei unter anderem die Arbeitsweise des Parlaments, das Engagement der Abgeordneten im Bereich Jugend oder die Möglichkeit in den Büros der Abgeordneten Praktika zu machen. Natürlich waren tagespolitische Berichte, wie beispielsweise über die Sondierungs- und Koalitionsgespräche bei den Jugendlichen ebenfalls von großem Interesse. „Umso größer war die Freude, als wir nach dem Mittagessen Zutritt zum Plenum im Bundestag erhielten und den Rednern in der Aktuellen Stunde zum Thema Abgasversuche an Menschen und Affen folgen durften“, ergänzt Sara Opitz. Anschließend ging es gemeinsam auf die Reichstagskuppel.
Bereits am Vortag stand ein Besuch des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. Die Teilnehmenden erfuhren mehr über die Behörde, welche die Gesetze und Initiativen, die junge Menschen betreffen, entwickelt und betreut. Ebenso diskutierte die Gruppe mit der Referentin Themen wie bürgerschaftliches Engagement und die Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Jugendlichen erzählten zudem von ihrem Engagement in Kinder- und Jugendbeiräten, Jungparteien, Schülervertretungen und Jugendverbänden. Dabei weckte von Seiten des Bundesministeriums auch die lokale Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ hier im Kreis Interesse.
Anschließend machte sich die Gruppe auf den Weg in die Gedenkstätte Berlin-Hoheschönhausen. Auf dem Gelände der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR wurden die Jugendlichen von Zeitzeugen durch die Gebäude geführt. Die ehemaligen Inhaftierten vermittelten in sehr anschaulicher und bewegender Weise, mit welchen Methoden die kommunistische Diktatur noch bis Ende der 80er Jahre sehr viele Menschen teils über Monate bis Jahre festhielt, allein mit dem Ziel, sie psychisch zu brechen. „Die Berichte der Zeitzeugen waren wahrlich Plädoyers für eine freiheitliche und rechtsstaatliche Demokratie, für die es sich auch und gerade in jungen Jahren lohnt einzusetzen. Uns war dieser Blick auf unsere Geschichte in der Planung der Berlinfahrt sehr wichtig, um zu vermitteln, warum es immer notwendig sein wird, sich aktiv an unserer Demokratie zu beteiligen“, resümiert Sara Opitz. Die persönliche Geschichte und die Erfahrungen der Zeitzeugen beeindruckten die Jugendlichen sichtlich im hohen Maße. So endete die Berlinfahrt mit diesem abwechslungsreichen Programm, vielfältigen Eindrücken und Begegnungen und alle fuhren Freitagabend äußerst zufrieden nach Hause.
Die Partnerschaft für Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


